Deisler begibt sich wieder in Behandlung
Nationalspieler Sebastian Deisler von Bayern München hat einen gesundheitlichen Rückschlag erlitten und wird sich erneut zu Behandlungen ins Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München begeben.
Der Mittelfeldspieler, der bereits im November 2003 wegen Depressionen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen hatte und für fünf Monate ausgefallen war, verließ am nach einem Gespräch
mit Trainer Felix Magath und Manager Uli Hoeneß überraschend das Mannschaftshotel in Turin und trat die Heimreise an. In München wird sich Deisler wieder in Behandlung bei Professor Florian Holsboer begeben. Wie schwer der Rückschlag für den 24-Jährigen ist und wie lange er womöglich ausfällt, konnte der Klub am Montag noch nicht sagen.
'Sebastian hat mich gebeten, dass er nach Hause fliegen darf, weil er sich nicht gut fühlt und ärztliche Behandlung braucht', sagte Hoeneß, der sich vor dem Champions-League-Spiel der Bayern am Dienstag bei Juventus Turin gerade in einer Sitzung mit dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge befand: 'Seit Wochen habe ich gewisse Anzeichen gesehen. Zuletzt in einem Gespräch hat er mir jedoch signalisiert, dass alles o.k. ist. Nun ist es eben wieder ausgebrochen.'
Bereits im November 2003 hatte sich Deisler in einem seelischen Tief befunden und wegen akuter Depressionen ärztliche Hilfe gesucht. Erst fünf Monate später war er - nach eigenen Aussagen völlig wiedergenesen - auf den Fußballplatz zurückgekehrt.
Am 8. September 2004 hatte der Hoffnungsträger des deutschen Fußballs schließlich beim 1:1 gegen Brasilien in Berlin sein Comeback in der Nationalmannschaft gegeben und sein 21. Länderspiel absolviert.
'Es ist schade, dass ich nicht verhindern konnte, dass er in eine solche Drucksituation gekommen ist, die ihm nun schadet. Es wäre von Anfang an wichtig gewesen, dass Deisler Zeit bekommt, um sich zu stabilisieren. Jetzt ist er erunsichert', sagte Magath. Der Trainer hatte sich vergeblich gegen eine verfrühte Rückkehr von Deisler in die Nationalmannschaft ausgesprochen.
Ob Deisler wieder mehrere Monate oder womöglich noch länger ausfällt, ist ungewiss. Hoeneß sieht aber keine Parallelen zum ersten Vorfall: 'Ich denke, dass die Situation mit der von damals nicht vergleichbar ist. Jetzt ist sein ganzes Umfeld stabilisiert. Ich als Laie denke, dass er mit der Sache anders umgehen kann. Dass es gewisse Rückschläge geben kann, war uns klar.'
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ich will ja nix sagen, aber so etwas ähnliches habe ich mir doch schon gedacht...